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Erinnerungen eines "Sprach-Olympioniken"

Geballte Dolmetschkompetenz (v.l.n.r.): Teamchef Hans-Dieter Mangold (Französisch), N.N., Hans Kurt Büttner (Englisch, Französisch), Hermann Gerhard (Englisch), Hans Kurnatowski (Russisch, Polnisch, Serbokroatisch), Joachim Bassauer (Französisch, Englisch). Lupe
Geballte Dolmetschkompetenz (v.l.n.r.): Teamchef Hans-Dieter Mangold (Französisch), N.N., Hans Kurt Büttner (Englisch, Französisch), Hermann Gerhard (Englisch), Hans Kurnatowski (Russisch, Polnisch, Serbokroatisch), Joachim Bassauer (Französisch, Englisch).

Schon in der Vergangenheit waren die Dienstleistungen des Bundessprachenamtes (BSprA) sehr gefragt: So stellte der Sprachendienst der Bundeswehr bei den Olympischen Spielen in München in Amtshilfe nicht nur den wesentlichen Anteil der zu erbringenden Übersetzungs- und Dolmetschleistungen, es wurde von den Terminologen des BSprA – in Zusammenarbeit mit Siemens – auch ein offiziell veröffentlichtes Sportwörterbuch DEU/ENG/FRA erstellt.

Der ehemalige Leiter des Sprachendienstes in den USA, Hans Kurt Büttner, erinnert sich:

„Zu den Höhepunkten meiner Dienstzeit als Zivilbediensteter der Bundeswehr gehörte mein Einsatz vor 40 Jahren als Dolmetscher bei den Spielen der XX. Olympiade im Sommer 1972 in München. Insgesamt wurden dem Organisationskomitee damals aus dem Sprachendienst der Bundeswehr für die Austragungsorte in München, Augsburg und Kiel 135 ehrenamtliche Sprachmittler zur Verfügung gestellt. Die Dolmetschergruppe der Bundeswehr war in Einzelteams unterteilt, wobei für jede einzelne olympische Sportart ein Team vorgesehen war. Ich gehörte zum 6-köpfigen Dolmetscherteam, das bei den Wettkämpfen im Radstadion und bei den Straßenrennen zum Einsatz kam und von dem die Sprachen Englisch, Französisch, Polnisch, Russisch und Serbokroatisch abgedeckt wurden.

Das offizielle Personal für die olympischen Spiele war an seiner besonderen Kleidung erkennbar. Die Dolmetscher wurden mit blauen Jacketts, hellgrauen Hosen, blauen Hemden, weißblauen Krawatten und sogar mit blauen Socken eingekleidet.

Besonders der „live“ miterlebte große Erfolg des bundesdeutschen Bahnvierers, der die Goldmedaille vor dem Team der DDR gewann, ist unvergesslich, herrschte doch bei diesem Rennen im Stadion eine einzigartige Stimmung – immer wenn ich daran zurückdenke, bekomme ich heute noch eine Gänsehaut. All die Begegnungen mit Sportlern, Trainern und Betreuern der verschiedenen Nationen sind wertvoller Teil meiner persönlichen olympischen Erinnerungen. Auf Englisch würde man sagen: ‘Memories are made of this!’”


zusätzliche Bilder

Hans Kurt Büttner (Mitte) mit australischen Offiziellen im Münchener Radstadion Lupe
Hans Kurt Büttner (Mitte) mit australischen Offiziellen im Münchener Radstadion
Der Olympia-Dackel „Waldi“ war 1972 in München das Maskottchen der Olympischen Spiele. Als „typisch bayerischer“ Hund sollte er die von den Athleten benötigten Attribute Resistenz, Beharrlichkeit und Beweglichkeit repräsentieren. Lupe
Der Olympia-Dackel „Waldi“ war 1972 in München das Maskottchen der Olympischen Spiele. Als „typisch bayerischer“ Hund sollte er die von den Athleten benötigten Attribute Resistenz, Beharrlichkeit und Beweglichkeit repräsentieren.


Stand vom 09.08.2012 | Text: Hans Kurt Büttner/privat & BSprA/Pietsch, Fotos: Hans Kurt Büttner/privat