Sie sind hier: StartseiteWir über unsNachrichtenDie Terminologiearbeit der Bundeswehr nimmt Fahrt auf

Die Terminologiearbeit der Bundeswehr nimmt Fahrt auf

Lupe
Vorsitz, Mitglieder und ständige Berater des TermABw Log/Ausr/Nu

Schon Konfuzius wusste, warum ein gemeinsames, einheitliches Begriffsverständnis wichtig ist: "Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das Gesagte nicht das Gemeinte. Wenn das, was gesagt wird, nicht stimmt, dann stimmen die Werke nicht." Darum ist es auch Ziel der Terminologiearbeit der Bundeswehr (TermBw), einen gemeinsamen Fachwortschatz innerhalb der Bundeswehr zu etablieren - und das Bundessprachenamt (BSprA) hat in diesem Prozess mit seiner Expertise im Bereich Terminologie eine Schlüsselrolle inne.

Das Referat SMD 2 empfing daher vom 13. bis 16. Oktober 2014 zum ersten Mal die Mitglieder des Terminologieausschusses der Bundeswehr Logistik, Ausrüstung und Nutzung (TermABw Log/Ausr/Nu) zu einer Sitzung in Hürth. Dieser Ausschuss ist einer von neun Terminologieausschüssen, dessen Mitglieder organisationsbereichsübergreifend zusammenarbeiten, wobei das BSprA die terminologische Beratung der Terminologieausschüsse insgesamt sicherstellt. Militärische und zivile Angehörige der Bundeswehr sind in den Ausschüssen gleichermaßen vertreten; fachliche und sprachliche Kompetenz ergänzen sich.

Thema der ersten Sitzung des TermABw Log/Ausr/Nu nach Inkrafttreten des Zentralerlasses Terminologiearbeit war die Analyse von Begriffsbeziehungen innerhalb konkreter Begriffsfelder mit dem Ziel, die einzelnen Begriffe eindeutig voneinander abgrenzen zu können: Worin besteht beispielsweise der Unterschied zwischen "Einsatzreife", "Einsatzfähigkeit" und "Einsatzbereitschaft"? Und wie ist "Verwendungsfähigkeit" davon abzugrenzen? Welche bedeutungsunterscheidenden Merkmale haben "Versorgung" und "Beschaffung"? Auf der Grundlage der Arbeitsergebnisse wurden so Definitionen entwickelt, wobei man sich auch an bereits vorhandenen Definitionen aus der Welt außerhalb der Bundeswehr orientiert, wie zum Beispiel an der für "Instandhaltung" aus einschlägigen DIN-Normen.

Neue Erlasslage
Grundlage dieser Verfahren ist der Zentralerlass Terminologiearbeit (ZErl B-400/2), der am 10. Juli 2014 die seit dem 5. August 2009 geltende Weisung für die Terminologiearbeit der Bundeswehr ersetzt hat. Ziel der TermBw ist es, alle terminologisch relevanten Inhalte in Grundlagendokumenten - wie Definitionen, definitionsähnliche Erläuterungen und Glossare - durch die Terminologieausschüsse bzw. in Übereinstimmung und in Zusammenarbeit mit ihnen zu er- und bearbeiten. Diese abgestimmten Fachwörter werden in der Datenbank für Terminologie der Bundeswehr (DBTermBw) als für den Geschäftsbereich des BMVg verbindlicher Fachwortschatz veröffentlicht.

Das BSprA hat dabei die Aufgabe, zur Herbeiführung eines einheitlichen Begriffsverständnisses beizutragen, indem es deutsches und fremdsprachiges Quellenmaterial auswertet. Außerdem stellt es die Einhaltung der einschlägigen Grundsätze der DIN-Normen sowie der terminologischen Referenzdokumente der NATO sicher. Fremdsprachige Entsprechungen für Fachwörter werden auch nur in Zusammenarbeit mit dem BSprA festgelegt.

Die TermBw ist zugleich als Beitrag zur Standardisierung und Deregulierung zu sehen: Die Verfasser von Grundlagendokumenten der Bundeswehr werden im ZErl B-400/2 verpflichtet, auf einen vereinbarten Vorrat von standardisierten Benennungen und Definitionen zurückzugreifen, wobei gleichzeitig die Anzahl dieser Dokumente reduziert wird. Die Arbeitsergebnisse der TermABw - Fachwörter mit ihren Definitionen und den zugehörigen englischen und französischen Entsprechungen - stehen allen Angehörigen der Bundeswehr zur Verfügung und können in der DBTermBw eingesehen werden.



Stand vom 05.11.2014 | Text: Reisner / BSprA | Foto: Pietsch / BSprA