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Im Tandem auf Entdeckungstour – das Patenschaftsprogramm am Bundessprachenamt

Sympathieträgerin: Johanna Host im Gespräch mit OTL Ingo Schöppler Lupe
Sympathieträgerin: Johanna Host im Gespräch mit OTL Ingo Schöppler
(© ORR Dr. Loreck BSprA/PrST)

Um neuen Patinnen und Paten den Einstieg zu erleichtern, veranstalten die Betreuungsoffiziere des Referates ZA 4 im Bundessprachenamt regelmäßig einen Patenstammtisch. Bei dieser Gelegenheit können sich (zukünftige) Patinnen und Paten und ausländische Lehrgangsteilnehmer und -teilnehmerinnen des Lehrgangs Generalstabs- / Admiralstabsdienst International in lockerer Atmosphäre kennenlernen und erste gemeinsame Interessen entdecken. Später tauschen sie – sozusagen als Tandem – kulturelle Erfahrungen aus oder verbessern wechselseitig ihre Sprachkenntnisse. Wir haben Frau Holst zu ihren Erfahrungen als Patin befragt.

Frau Holst, was genau erwartet einen Paten/eine Patin?

„Das lässt sich am Anfang sicher nicht ganz genau sagen, aber in jedem Fall kommt man über das Programm leicht in Kontakt mit offenen und dankbaren Menschen aus anderen Ländern und Kulturen. Die originäre Idee hinter der Patenschaft ist ja, den ausländischen Gästen beim Deutschlernen zu helfen, und darüber kommt man natürlich ganz schnell in einen wechselseitigen Austausch über Land und Leute in der jeweiligen Heimat. In welcher Weise man diese Patenschaft ausgestaltet, ist aber jedem ganz selbst überlassen.“

Bunte Ländervielfalt wo immer man hinsieht Lupe
Bunte Ländervielfalt wo immer man hinsieht
(© ORR Dr. Loreck BSprA/PrST)

Wie sind Sie auf das Patenschaftsprogramm aufmerksam geworden?

„Ich bin in der Stabsstelle Internationale Angelegenheiten des Bundesverwaltungsamtes (BVA) in Köln tätig. 2012 suchte das BVA eine Kooperation mit dem Bundessprachenamt zur Förderung der Sprachausbildung von BVA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern. In diesem Zusammenhang wurde ich gemeinsam mit einer Kollegin auf das Patenschaftsprogramm aufmerksam. Seitdem wirken wir aus der Stabsstelle heraus als Multiplikatoren und versuchen regelmäßig Kolleginnen und Kollegen für das Programm zu gewinnen oder übernehmen selbst eine Patenschaft. Mein letztes „Patenkind“ war ein Lehrgangsteilnehmer aus der Ukraine.“

Welches Land ist überhaupt das richtige?

„Aus welchem Land der Tandempartner kommt, kann zum Beispiel von eigenen Vorlieben abhängen – etwa wenn man durch Reisen eine Affinität zu bestimmten Ländern entwickelt hat. Aber ich finde es auch spannend durch Lehrgangsteilnehmer ganz neue Länder kennenzulernen, was dann ja auch der Auftakt zu einer Reise werden kann. Mit der Ukraine beispielsweise hatte ich selbst vor meiner Patenschaft noch keine Erfahrungen gemacht.

Wer sollte Pate werden?

„Man sollte schon eine gewisse Neugierde für andere Kulturen mitbringen und sich aktiv einbringen wollen. Ein gewisses Maß an Empathie kann auch nicht schaden, um sich in kulturelle Eigenheiten des anderen hineindenken zu können. Grundsätzlich kann ich nur raten offen an eine Patenschaft heranzugehen.“

Wie zeitintensiv ist so eine Patenschaft?

„Die Gestaltung der Patenschaft definieren beide Tandem-Partner gemeinsam, weshalb sie ganz unterschiedlich ausfallen kann. Manche möchten sich allein auf das Sprachtraining konzentrieren, während andere die Patenschaft gerne nutzen, um gemeinsam zu kochen oder Ausflüge zu unternehmen. Eine gewisse Zeit sollte man jedoch in jedem Fall einplanen , um die Patenschaft angemessen zu pflegen und den Erwartungen des Partners gerecht zu werden.“

Der LGAI 2016 im Innenhof der Abtei Brauweiler. 
(© Winter BSprA/PrST) Lupe
Einer von vielen engagierten Paten mit Lehrgangsteilnehmer
(© ORR Dr. Loreck BSprA/PrST)

Was hat man als Pate von einer Patenschaft?

„Unglaublich viel! Das können je nach Tandem ganz unterschiedliche Aspekte sein, etwa die gemeinsame Freizeitgestaltung, das Kennenlernen neuer Menschen und Kulturen und damit der berühmte Blick über den eigenen Tellerrand. Einfacher kann es kaum sein, aus erster Hand Dinge über das Leben in anderen Ländern zu erfahren.“

Was macht man, wenn man kein Haus mit Garten hat, in das man sein „Patenkind“ einladen kann?

„Das ist kein Problem. Man kann zum Beispiel Ausflüge unternehmen und macht einfach Köln und das Rheinland zu seinem Garten. Sehr beliebt bei den ausländischen Lehrgangsteilnehmern ist etwa der Blick vom KölnTriangle, der Rheinauhafen und natürlich der Kölner Dom, aber auch die einzelnen Veedel sind immer einen Besuch wert.“

Wo können sich Interessenten über eine Patenschaft informieren?

„Aus erster Hand bei den Betreuungsoffizieren des Bundessprachenamtes, die wirklich sehr aufgeschlossen sind. Am einfachsten und authentischsten ist es allerdings, ganz unverbindlich beim monatlichen Patenstammtisch vorbeizuschauen, um mehr über die Vermittlungschancen zu erfahren und Hemmungen abzubauen. Bei uns im Bundesverwaltungsamt geben ehemalige und aktuelle Patinnen und Paten ebenfalls gerne Auskunft.“

Frau Holst, vielen Dank für das Interview.

Für weitere Informationen zum Patenschaftsprogramm stehen die Betreuungsstabsoffiziere des Lehrgangs Generalstabs- / Admiralstabdienst International 2017 am Bundessprachenamt unter folgender Telefonnummer zur Verfügung:

Tel.: +49(0)2233-593-5667
E-Mail: bsprabeamilpersbeo@bundeswehr.org



Stand vom 28.09.2016 | Text/Fotos: ORR Dr. Loreck/BSprA PrST